das café kreuzberg ist mittlerweile eine stammlocation auf götz widmanns touren geworden, obwohl er durchaus ganz andere ’hallen’ füllen könnte. deswegen kein vorverkauf, ganz nach dem motto
wer zuerst kommt ... darf rein. somit stehen bereits pünktlich zum einlass 19:30 gut 50 leute vor der tür, bis 20.30 ist das kreuzberg mit 100 menschen ausverkauft. schon jetzt macht sich die neu aufkommende stimmung bei liedermacherkonzerten bemerkbar: keine sitzplätze (was aber auch aufgrund der größe der räumlichkeiten bzw. der ungünstigen lage der bühne kaum möglich ist), dicht gedrängtes publikum, hohe lautstärke.
da eh niemand mehr rein darf, beginnt man verfrüht mit kriss – götz’ ehemaligem azubi – als voract – ganz zu meiner freude. die selbstbegründete stilrichtung ’hiphopliedermaching’ wird von ihm eindeutig zu gehör gebracht und es erstaunt immer wieder, wie schön man diese elemente mit eingehenden und lebensnahen texten verbinden kann. zu meinem bedauern werden mehrere neue stücke zum besten gegeben, die letztlich den großteil der mit 30 minuten knapp bemessenen spielzeit einnehmen.
ein nahtloser übergang zu götz widmann erfolgt mit einigen ’hits’. sehr ungewöhnlich wird durch die songs gerast, keine pausen, ansagen oder anderweitige geschichten. der erfahrene konzertbesucher wird spätestens jetzt stutzig. erschwerend kommt der geräuschpegel des publikums hinzu, welches zwischen den unbekannteren liedern leider dem maßlosen gequatsche verfällt.
nach dem ersten teil die übliche unterbrechung zum allgemeinem merch kaufen und verkaufen, biernachschub holen und kettenrauchen. dann startet der bessere part des konzertes. viele joint-venture-songs werden ausgegraben, die zwar nicht zur ruhe im kreuzberg beitragen, aber immerhin abwechslung in den typischen stil der auftritte bringen. sehr schön auch der einschub von
alice (origineller text) extra für uns. zum schluss ein paar melancholische stücke, die restlichen kracher und drei zugaben, bis nach gut 2 ½ stunden der spaß schon wieder vorbei ist.
fazit: ein abend, der für zukünftige liedermacherkonzerte nicht ermutigend ist, sofern bei derartigen veranstaltungen nicht nur der künstler auf der bühne, sondern auch das publikum davor maßgeblich sind.
letztlich lässt die information eines schlecht gelaunten und kranken götz am folgetag in erfurt jedoch ruhigen gewissens über die verhältnismäßig kurze spielzeit und generelle stimmung hinwegblicken.
spannung auf den jena-gig im januar.
zu sehen (mit bildern) gibts den bericht auch bei den
indiestrebern.